Kritische Neuschneemenge ( Critical new snow depth Kritisk nye sne mængde )
Neuschnee stellt eine Belastung für die vorhandene Schneedecke dar und steigert damit die Lawinengefahr.
Als Faustregel für die kritische Neuschneemenge gilt:
10 bis 20 cm bei ungünstigen Bedingungen
20 bis 30 cm bei mittleren Bedingungen
30 bis 50 cm bei günstigen Bedingungen
Günstig: schwacher bis mäßiger Wind, Temperatur wenig unter 0°C, stark unregelmäßige Schneeoberfläche, Hang ständig befahren.
Ungünstig: intensiver Niederschlag in kurzer Zeit, starker Wind (>50 km/h, Wind hörbar, Wald rauscht), tiefe Temperaturen (kälter als –5 bis –10°C), Schneefall fällt auf eine ungünstige Unterlage (Oberflächenreif, Harsch oder Eis, aufgebaute Altschneeoberfläche, schwache Altschneedecke), selten befahren.
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Standard-Lawine Notfallausrüstung Empfehlungen ( Avalanche emergency equipment recommendation Lavine nødudstyrets anbefaling )
Standard-Lawinen Notfallausrüstung - Empfehlungen des Alpenvereins:
A) Standard-Notfallausrüstung (immer und jede/r):
LVS, nicht älter als 10 Jahre, vorzugsweise 3-Antennen-Geräte; Schaufel, vorzugsweise aus gehärtetem Aluminium; Sonde, mind. 240 cm lang.
Zusätzlich: Erste-Hilfe-Ausrüstung, Biwaksack, Handy (Stückzahl je nach Gruppengröße).
B) Empfohlene Zusatz-Notfallausrüstung (in der Reihenfolge ihrer Bedeutung bzw. ihrer Effizienz):
1. Airbagsysteme
Ballonsysteme, die selbst ausgelöst werden müssen, erzeugen ein Zusatzvolumen von 150 bzw. 170 l und unterstützen dadurch den Entmischungseffekt in Fließlawinen.
Rettungsprinzip: Verschüttungstiefe reduzieren oder Verschüttung verhindern: "wer oben bleibt, überlebt - meistens". Zwei Hersteller derzeit: ABS (laut SLF-Datenbank 120 Fälle in Europa dokumentiert, davon 114 Personen (95%) überlebt), Snowpulse (seit Frühjahr 2008 erhältlich, noch keine dokumentierten Unfälle).
2. Avalung
Ermöglicht es, durch Filtersystem mit Mundstück und Trennung von Ein- und Aus-Atemluft, unter Schnee zu atmen.
Rettungsprinzip: Überlebenszeit in der Lawine verlängern. Fünf dokumentierte erfolgreiche Rettungen.
3. Lawinenball
Weiterentwicklung der seinerzeitigen "Lawinenschnur". Ein mit einer Spannfeder versehener, zusammengefalteter Ball ist mit einer Schnur und einem Gurt mit dem Körper verbunden. Bei Auslösung springt der Ball vom Rucksack und bleibt an der Oberfläche sichtbar.
Rettungsprinzip: Ortungssystem - wie LVS - allerdings optisch, nicht elektronisch. Zwei Erfolgsberichte seit 1997 (laut Hersteller-Homepage).
4. Recco
In Kleidung (Helm, Schuh, Anorak) integrierter Reflektor ermöglicht die Ortung (Radarprinzip) von Verschütteten, die kein LVS tragen. Ortung nur durch organisierte Rettung mit Detektor möglich.
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